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Bei der Beförderung übergangen: was jetzt zählt

Die Beförderung wird verkündet, und es ist jemand anderes. Jemand, der nicht länger da ist als du und nicht mehr kann als du.

Die erste Reaktion

Die meisten Frauen, mit denen ich arbeite, beschreiben dieselbe erste Bewegung: die Frage geht nach innen. Was hätte ich anders machen sollen. Wo war ich nicht gut genug. Was habe ich übersehen.

In einem Recherchegespräch hat es eine Frau so gesagt: ihre erste Reaktion sei, die Schuld bei sich zu suchen. Die Aussenperspektive komme erst viel später, manchmal Tage später.

Warum diese Richtung teuer ist

Die Suche nach dem eigenen Anteil ist an sich nicht falsch. Teuer wird sie, wenn sie die einzige Richtung ist. Denn dann bleibt eine ganze Reihe von Faktoren unbeleuchtet: wer wen kennt, wer sich wann gemeldet hat, wer laut war, wer gerade gebraucht wurde.

Und sie hat eine Nebenwirkung. Wer den Grund bei sich sucht, kommt fast immer zum selben Schluss: mehr leisten. Damit landet die Antwort genau dort, wo das Problem schon herkam.

Der Denkfehler, der sich hartnäckig hält

Der Gedanke lautet: wenn ich gut genug bin, wird man es merken. Das ist der Satz, der stille Leistungsträgerinnen jahrelang festhält.

Es geht dabei nicht darum, dass Leistung egal wäre. Sie ist die Voraussetzung. Sie ist nur nicht der Auslöser. Der Auslöser ist meistens, dass jemand weiss, dass du es willst.

Was du konkret anders machen kannst

Sag, dass du es willst, bevor die Stelle ausgeschrieben ist. Nicht in einer Andeutung, sondern in einem Satz, den dein Gegenüber weitergeben kann.

Benenne, was du willst, so konkret, dass es sich nicht vertrösten lässt. „Mehr Verantwortung“ kann man aufschieben. „Die Projektleitung ab Januar“ kann man beantworten.

Und frag nach einer Begründung, auch wenn es unangenehm ist. Nicht um zu streiten, sondern um zu wissen, woran du bist. Eine Absage ohne Begründung ist keine Information, sie fühlt sich nur an wie eine.

Was darunter liegt

Wenn du nach einer Absage tagelang bei dir bleibst, sagt das wenig über die Absage und viel darüber, woran dein Selbstwert in diesem Moment hängt. Genau da lässt sich etwas verändern, und zwar nachhaltiger als an der nächsten Bewerbung.