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Unterbrochen werden: der eine Satz, der hilft

Du bist mitten im Satz, jemand fährt dazwischen, und du lässt es durchgehen.

Warum du es durchgehen lässt

In dem Moment rechnest du schnell: wie wichtig war mein Punkt, wie unangenehm wird es, wenn ich darauf bestehe, wie wirke ich dann. Die Rechnung geht fast immer gegen dich aus.

Was du dabei nicht mitrechnest: dass die anderen im Raum es auch bemerkt haben, und dass sie dein Schweigen als Zustimmung lesen.

Warum die üblichen Ratschläge nicht greifen

Sprich lauter. Bleib einfach dran. Zeig Präsenz. Das sind Anweisungen, die eine andere Person voraussetzen als die, die du gerade bist.

Was du brauchst, ist nicht mehr Durchsetzungskraft, sondern ein Satz, der so klein ist, dass du ihn auch dann sagen kannst, wenn dir das Herz klopft.

Der Satz

Ich war noch nicht fertig.

Fünf Wörter, kein Vorwurf, keine Erklärung. Er greift niemanden an, er stellt nur her, was ohnehin galt. Genau deshalb ist er schwer abzuwehren.

Was danach passiert

In den allermeisten Fällen: nichts. Die andere Person hört auf zu reden, du redest weiter, das Gespräch geht normal weiter.

Genau diese Erfahrung ist der Punkt. Nicht die Erkenntnis, dass du es dürftest, sondern die Erfahrung, dass es nichts kostet.

Wenn es doch unangenehm wird

Dann war es unangenehm, und du hast es überstanden. Auch das ist eine Information, und zwar eine belastbarere als die Befürchtung davor.