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Sonntagabend: wenn die Woche schon vorher schwer wird

Es ist Sonntag, später Nachmittag. Die Stimmung kippt, obwohl noch gar nichts passiert ist.

Es ist kein Vorgefühl, es ist eine Bilanz

Der Sonntagabend fühlt sich an wie Angst vor der Woche. Meistens ist er etwas anderes: der erste ruhige Moment seit Tagen, in dem nichts ablenkt.

In dieser Ruhe kommt hoch, was unter der Woche keinen Platz hatte. Nicht die Woche macht die Stimmung, die Stille macht sie sichtbar.

Woran du erkennst, worum es geht

Wenn du am Sonntag an eine bestimmte Person denkst, geht es um diese Person. Wenn du an ein bestimmtes Gespräch denkst, geht es um das Gespräch.

Wenn du an nichts Bestimmtes denkst und es trotzdem schwer ist, geht es meistens um die Richtung, nicht um die Woche.

Was nicht hilft

Den Sonntag vollzupacken. Das funktioniert, solange etwas läuft, und verschiebt es auf den Abend.

Und die Frage, ob du dankbar genug bist. Sie beantwortet nichts und macht aus einem Gefühl ein Versäumnis.

Was du am Sonntag machen kannst

Schreib auf, was hochkommt. Nicht als Analyse, als Liste. Zwei Minuten reichen. Vieles verliert an Gewicht, sobald es auf Papier steht statt im Kopf zu kreisen.

Und schau die Liste am Mittwoch nochmal an. Was dann noch draufsteht, ist das Echte.

Eine Beobachtung

Der Sonntagabend ist bei den meisten nicht schlimmer geworden, weil die Arbeit schlimmer wurde. Er ist schlimmer geworden, weil die Woche voller wurde und er der einzige leise Moment übrig blieb.