Der Moment ist kürzer als der Gedanke
Meistens ist es keine Entscheidung, sondern ein Absacken. Du kommst zu den zwei Punkten, die du nicht erfüllst, und die Ausschreibung ist erledigt.
Was du danach denkst, ist schon die Begründung: unrealistisch, sie suchen jemand anderen, ich hätte ohnehin keine Chance.
Wie andere dieselbe Ausschreibung lesen
Die zwei fehlenden Punkte sind für sie keine Ausschlusskriterien, sondern eine Liste von Wünschen. Sie bewerben sich mit sechs von zehn und schreiben in den ersten Satz, was sie können.
Das ist keine Frechheit, es ist eine andere Leseweise desselben Textes.
Was eine Ausschreibung wirklich ist
Sie ist ein Wunschzettel, geschrieben von jemandem, der sich die perfekte Besetzung vorstellt. Diese Person existiert selten. Die Liste ist ein Ausgangspunkt, kein Prüfungsreglement.
Wer alle zehn Punkte erfüllt, ist übrigens meistens unterfordert in der Rolle.
Was du stattdessen tun kannst
Nimm die zwei Punkte, die fehlen, und schreib in einem Satz auf, was du stattdessen mitbringst. Nicht als Entschuldigung, sondern als Angebot.
Und schick es ab, bevor du es ein drittes Mal überarbeitest. Die dritte Überarbeitung macht Bewerbungen selten besser, nur später.
Eine Zahl, die hilft
Wenn du dich in einem Jahr auf keine einzige Stelle beworben hast, bei der du unsicher warst, dann war deine Trefferquote nicht gut. Dann war deine Auswahl zu eng.